Gäste

Caspar Hirschi

Caspar Hirschi besuchte das Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics am 29. November 2021. Hirschi studierte Geschichte und deutsche Literatur an den Universitäten Fribourg und Tübingen. Er promovierte zu «Nationalismus im Zeitalter von Humanismus und Reformation» und habilitierte zu «The Republic of Letters: Scholarly Self-Fashioning in England and France 1715-1775». Er war Fellow am Clare Hall College an der University of Cambridge, SNF-Ambizione-Stipendiat an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich und ist seit 2012 Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen (HSG). Als Mittelbauangehöriger und Leiter der «Gruppe Junger Forschender» im Auftrag der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur machte er Furore, als er und seine Mitstreiter:innen 2012 eine bessere Entlöhnung von Doktorierenden und die Einrichtung von 1000 neuen Tenure-Track-Assistenzprofessuren an den Universitäten und den beiden ETH forderten. Ausgehend von seinem Buch «Skandalexperten, Expertenskandale: Zur Geschichte eines Gegenwartproblems» diskutierte die Peer Group über die Konstruktion und Dekonstruktion von Expert:innen.

 

Urs Hafner

Am 30. September 2021 veranstaltete die GRC Peer Group for Religion and Politics ein Kolloquium mit Urs Hafner, in dessen Zentrum sein 2020 veröffentlichtes Buch «Forschung in der Filterblase – Die Wissenschaftskommunikation der Schweizer Hochschulen in der digitalen Ära» stand. Dabei wurden über die darin formulierten Thesen diskutiert, aber auch über persönliche Eindrücke, Erfahrungen und Strategien der Wissenschaftskommunikation von Nachwuchswissenschaftler:innen. Urs Hafner ist freiberuflicher Historiker, Autor und Journalist. Er arbeitete als Wissenschaftsredaktor beim Schweizerischen Nationalfonds, hat als Wissenschaftsjournalist regelmässig für die WOZ und die NZZ geschrieben und publizierte mehrere historische Sachbücher, etwa zur Geschichte der NZZ («Subversion im Satz»), zur Geschichte des Kinderheims vom Mittelalter bis zur Gegenwart («Heimkinder») oder zur Geschichte des Zürcher Grossmünsters («Kult, Macht, Glaube»). An der Universität Luzern, an der HSG St. Gallen und im MAS Applied History der Universität Zürich übernimmt er regelmässig Lehraufträge.

 

Simone Pfeifer

Am 16. November war Simone Pfeifer zu Gast. Sie ist Ethnologin und erforscht zurzeit insbesondere geschlechtsspezifische und affektive Aneignungen islamischer Videos und Bilder in sozialen Medien. Simone studierte in Manchester und Köln Ethnologie und Visual Anthropology. An der Universität zu Köln promovierte sie zu transnationalen Medienpraktiken und Sozialbeziehungen von Senegales*innen. 2013-2017 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des DFG-Graduiertenkollegs «Locating Media» der Universität Siegen. Seit 2017 arbeitet sie zu deutschsprachigen muslimischen Social-Media-Angeboten und deren Aneignung im Rahmen des BMBF-Projekts «Dschihadismus im Internet: Die Gestaltung von Bildern und Videos, ihre Aneignung und Verbreitung» (Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Johannes Gutenberg-Universität Mainz). Mit Simone Pfeifer diskutierten wir über religiöse Überzeugungsästhetiken mit Fokus auf islamische audiovisuelle Medien und darüber, wie diese in globale Medienumgebungen eingebunden aber zugleich nur durch soziokulturelle Kontextualisierungen verstehbar sind.

 

Pascal Gemperli

Am 14. Oktober 2019 war Pascal Gemperli Gast im Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Gemperli ist Generalsekretär des Waadtländer Verbands muslimischer Gemeinschaften (UVAM), Sprecher der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) und Kommunalpolitiker bei der Grünen Partei. Auf kantonaler und nationaler Ebene setzt er sich für die politische sowie gesellschaftliche Anerkennung des Islams ein. In der medialen Öffentlichkeit der Deutschschweiz und der Westschweiz ist er sehr präsent, sei es als Interviewpartner, Vertreter einer reflektierten und zugleich pointierten Meinung oder sei es als Autor eines vielbeachteten Blogs. Mit Pascal Gemperli diskutierte die Peer Group über strategische Kommunikation im Kontext religionspolitischer Herausforderungen, über den Zusammenhang von religionsbezogener Öffentlichkeits- und Verbandsarbeit, über Personalisierung in der Medienlandschaft und über das gelegentlich nicht sehr einladende Diskussionsklima in Presse und TV.

 

Pascal Krauthammer

Am 14. Oktober 2019 war Pascal Krauthammer Gast im Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Krauthammer ist seit 1. Januar 2016 Partner der Kommunikationsagentur furrerhugi. Neben der Arbeit in der Agentur ist er an der Universität Freiburg am Departement für Medien- und Kommunikationswissenschaft als Lehrbeauftragter tätig. Er promovierte mit einer rechtshistorischen Arbeit zum Schächtverbot in der Schweiz («Das Schächtverbot in der Schweiz 1854 bis 2000. Die Schächtfrage zwischen Tierschutz, Politik und Fremdenfeindlichkeit», Zürcher Studien zur Rechtsgeschichte). Seit 2014 betreute er schwergewichtig die Wiedergutmachungsinitiative. Zudem leitete er verschiedene Events, Jubiläen und Kampagnen für religiöse Organisationen wie den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, den Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund und den Schweizer Rat der Religionen.

 

Judith Hardegger

Judith Hardegger war am 18. Juni 2019 zusammen mit Simon Hehli und Ronnie Grob zu Gast im Medienkolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Sie studierte von 1991 bis 1997 in Luzern und Madrid katholische Theologie. Nach dem Studium arbeitete sie kurzzeitig als Pastoralassistentin, bildete sich dann an der Journalistenschule maz in Luzern weiter und begann ihre journalistische Tätigkeit beim «forum» (Pfarrblatt der Katholischen Kirche im Kanton Zürich). 2008 schloss Hardegger in Luzern ihr Doktorat in katholischer Theologie ab. Seit 2009 arbeitete sie als Moderatorin der «Sternstunde Religion». Seit 2013 leitet sie die Redaktion der «Sternstunden» von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Zusammen haben wir über die Bedeutung der Berichterstattung über Religionspolitik, Religion und Politik für das jeweilige Medium diskutiert, danach gefragt, aus welchen Gründen auf welche Expertinnen und Experten zurückgegriffen wird, wie Themen aufgegriffen und aufbereitet werden, wie religionspolitisch aufgeladene Themen bebildert werden, was für Visualisierungspraktiken verfolgt werden und schliesslich welche Erwartungen die drei Medienschaffenden an die Forschenden haben.

 

Simon Hehli

Simon Hehli besuchte zusammen mit Judith Hardegger und Ronnie Grob das Medienkolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics am 18. Juni 2019. Er studierte von 2002 bis 2009 Geschichte, Politik- und Religionswissenschaften in Zürich und Buenos Aires. 2001 bis 2002 absolvierte er die Ringier-Schule in Zofingen. Ab 2006 war er parallel zum Studium bei Blick.ch als News- und Politikredaktor tätig, ab 2009 im konvergenten Politikteam der Blick-Gruppe. 2011 wechselte er zu 20 Minuten Online. Im Frühling 2013 wurde er stellvertretender Inlandchef in der konvergenten Redaktion von 20 Minuten. Seit August 2014 arbeitet Simon Hehli in der Inlandredaktion der NZZ mit den Themenschwerpunkten: Gesundheit, Religion/Kirchen und Volksrechte. Zusammen haben wir über die Bedeutung der Berichterstattung über Religionspolitik, Religion und Politik für das jeweilige Medium diskutiert, danach gefragt, aus welchen Gründen auf welche Expertinnen und Experten zurückgegriffen wird, wie Themen aufgegriffen und aufbereitet werden, wie religionspolitisch aufgeladene Themen bebildert werden, was für Visualisierungspraktiken verfolgt werden und schliesslich welche Erwartungen die drei Medienschaffenden an die Forschenden haben.

 

Ronnie Grob

Am 18. Juni 2019 Ronnie Grob zusammen mit Judith Hardegger und Simon Hehli zu Gast im Medien-Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Ronnie Grob schloss 1994 eine kaufmännische Ausbildung ab. Seit 2006 ist er publizistisch und journalistisch tätig, insbesondere in freier Tätigkeit. 2016 bis 2017 war er Redaktor beim Schweizer Monat, ab 2018 zudem Kolumnist für «Medienkritik» bei der NZZ am Sonntag. Von 2017 bis 2019 war Ronnie Grob stellvertretender Chefredaktor beim Schweizer Monat und seit Juli 2019 Chefredaktor. Zusammen haben wir über die Bedeutung der Berichterstattung über Religionspolitik, Religion und Politik  für das jeweilige Medium diskutiert, danach gefragt, aus welchen Gründen auf welche Expertinnen und Experten zurückgegriffen wird, wie Themen aufgegriffen und aufbereitet werden, wie religionspolitisch aufgeladene Themen bebildert werden, was für Visualisierungspraktiken verfolgt werden und schliesslich welche Erwartungen die drei Medienschaffenden an die Forschenden haben.

 

Linards Udris

Am 19. März 2019 war Linards Udris zu Gast im Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Linards Udris ist Mediensoziologe und seit 2018 Oberassistent am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) der Universität Zürich (Lehrstuhl Mark Eisenegger) und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög). Nach seinem Studium der Allgemeinen Geschichte, Englischen Sprachwissenschaft und Soziologie an der Universität Zürich (Abschluss 2005) promovierte er im 2010 zum Dr. phil. mit der Dissertation «Politischer Extremismus und Radikalismus: Problematisierung und diskursive Gelegenheitsstrukturen in der öffentlichen Kommunikation der Deutschschweiz» (bei K. Imhof, F. Esser). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Öffentlichkeitssoziologie, Politische Kommunikation, sozialer Wandel, und Qualität der Medien. Seine Erkenntnisse veröffentlicht er zudem regelmässig in Form (wissenschaftsjournalistischer) Gastbeiträge in Medien und Blogs. Als langjähriger Mitarbeiter am fög ist er darüber hinaus seit 2010 im vom fög herausgegebenen «Jahrbuch Qualität der Medien» involviert. Mit Linards Udris diskutiert die Peer Group das «Jahresbuch der Medien» von 2018 und darauf bezogene Fragen bezüglich der Makrostruktur des Mediensystems, Öffentlichkeit, Politisierung, oder Vielfalt.

 

David Vogel

Am 03.10.2018 ist David Vogel Gast im Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. David Vogel ist Radiojournalist und Dokumentarfilmer. In seinen Filmen setzt sich er mit Andersartigkeit, Begegnung und dem vermeintlich Fremden auseinander. Er studierte an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen. «Shalom Chaverim, Shalom Shalom» (2011) wurde mit dem Preis des Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) und einer Nomination zum «Prix de Soleure» ausgezeichnet. Darin begleitet Vogel ein arabisch-hebräisches Wohnprojekt. Er zeigt, wie die jungen Theaterschaffenden der Gruppe «Nemashim» für sich Gemeinschaft definieren und leben – und wie dieses Projekt allmählich an der politischen Realität zerbricht. Im Kinofilm «Kings of the Gambia» (2010) ist die Griotband «King Kora» auf ihrer Tournee durch Gambia zu sehen. Vogel zeigt, wie die international zusammengesetzte Band das Heimatland des Sängers und Koraspielers Lamin Jobarteh bereist und dabei auf erwartete und unerwartete Art und Weise mit der Differenz zwischen Vertrautheit und Fremdem in Kontakt kommt. Mit der GRC Peer Group for Religion and Politics diskutiert Vogel über sein aktuelles und noch nicht fertiggestellte Filmprojekt. In diesem befasst er sich mit der Konversion zum Islam in der Schweiz, um zugleich darüber zu reflektieren, wie Fragen der Zugehörigkeit in der Schweiz massenmedial ausgehandelt werden.

 

Lorenz Engi

Lorenz Engi war am 30.05.2018 zu Gast im Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Lorenz Engi ist Delegierter für Religionsfragen in der Direktion der Justiz und des Innern des Kanton Zürich. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft (Zürich) und Philosophie (Konstanz) promovierte er im Fach Rechtswissenschaft an der Universität Zürich mit einer mehrfach ausgezeichneten Dissertation zum Thema der politischen Steuerung der öffentlichen Verwaltung. Neben seinem Amt als Religionsdelegierter des Kanton Zürich ist Lorenz Engi Privatdozent für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Law School der Universität St. Gallen, wo er sich mit einer Arbeit zur religiösen und ethischen Neutralität des Staates habilitierte. Mit Lorenz Engi diskutierte die Peer Group die im Jahr 2017 vom Kanton Zürich herausgegebene Orientierung «Staat und Religion im Kanton Zürich», seine Funktion als Religionsdelegierter des Kantons und die Rolle religionsbezogenen Expertenwissens in dieser Tätigkeit. 

 

Walter Kälin

Am 20.11.2017 war Walter Kälin Gast im Kolloquium der GRC Peer Group for Religion and Politics. Walter Kälin war Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Bern, ehemaliger Direktor des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte, Spezialberichterstatter der UNO-Menschenrechtskommission für Kuwait unter irakischer Besatzung und Repräsentant des UNO-Generalsekretärs für die Menschenrechte intern Vertriebener. Zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten gehören das Flüchtlingsrecht, internationaler Menschenrechtsschutz, Verfassungsgerichtsbarkeit, öffentliches Verfahrensrecht und das Verfassungsrecht der Kantone. In diesen Bereichen war er wiederholt auch als Berater für Bund und Kantone, internationale Organisationen und nichtstaatliche Organisationen tätig. Mit der GRC Peer Group for Religion and Politics diskutierte er über das Berichtwesen als solches, wie auch spezifisch über den für den Schweizerischen Bundesrat erstellten Bericht «Getragene und an Bauten angebrachte religiöse Zeichen und Symbole».